Naturphilosophie

Vortrag: Naturphilosophie als Physik ohne Mathematik

Genau das, was Du schon immer wissen wolltest!

Am Mittwoch, den 4. März findet in der VHS-Zweibrücken, Johann-Schwebel-Str. 1, um 18 Uhr bis voraussichtlich 19.30 Uhr ein Vortrag statt. Das Thema lautet: „Naturphilosophie als Physik ohne Mathematik“. Der Vortrag wird von Peter Schulz gehalten. Der Eintritt ist frei!

Das Verhältnis zwischen Physik und Naturphilosophie

Eine Physik ohne Mathematik wäre für die Physik nicht vorstellbar. Aber die Naturphilosophie betrachtet die Physik aus einer anderen, einer kritischen Perspektive. Dabei kommen nicht die Methoden der Physik zum Einsatz, sondern die Vorgehensweisen der Philosophie.

Zunächst muss das Beziehungsgeflecht der einzelnen Fachbereiche hervorgehoben werden, indem die Unterscheidungsmerkmale deutlich sichtbar erscheinen. Dabei sind die Verhältnisse zwischen Naturphilosophie, Physik, Mathematik und Metaphysik zu bestimmen.

Was ist überhaupt Metaphysik?

Die Metaphysik wird heute als eine Untersuchung auf einer übergeordneten Ebene verstanden. Hier gelten die Prinzipien des Verstandes, d.h. Sätze, die durch das „reine“ Denken bzw. Nachdenken gewonnen werden. I.Kant würde sie Sätze apriori nennen.

Unter Metaphysik verstehe ich daher ein axiomatisches System, das Erkenntnisse über die Grundstruktur und Prinzipien der Wirklichkeit enthält, die von einer inneren Logik getragen wird. So wie z.B. die Naturwissenschaften davon ausgehen, dass ihre Gesetze im gesamten Universum gelten.

Will man die Natur als Ganzes erfassen, müssen sich Mathematik und Metaphysik gegenseitig stützen. Die Mathematik ist wie die Metaphysik als ein axiomatisches System aufgebaut. Die Metaphysik im engeren Sinne ist eine Metaphysik der Substanz, d.h. Inhalt und Material der Grundsubstanzen werden qualitativ bestimmt. Dagegen erscheint die Mathematik der theoretischen Physik als eine Metaphysik der Form, der Struktur und der Beziehungen zwischen den Substanzen. Man kann sie als quantitative Metaphysik bezeichnen.

„Eine jede Wissenschaft beginnt mit Metaphysik“ (Peter Schulz)

Was ist das Ziel der Physik?

Die Physik untersucht die Beziehungen der verschiedenen Naturerscheinungen, postuliert Gesetzmäßigkeiten um sie in einer Formelsprache darzustellen. Sie macht also diese Realität sehr erfolgreich berechenbar.

Die moderne Physik ist dabei eine Tür zu öffnen, die bislang den Zutritt zu einer Welt versperrt hat, die ich die Ätherwelt bzw. die Welt der Feinstofflichkeit nenne. Der Äther oder die feinstoffliche Materie gehören zu einer Welt jenseits der Elementarteilchen, zu einer Welt der kleinsten Objekte. Die theoretische Physik versucht in jener Welt eine Struktur zu erkennen, die eine Erklärung vieler Phänomene auf den höheren Ebenen gestattet. Dies geschieht zunächst nur mit mathematischen Mitteln. Die Schleifenquantengravitation oder String-Theorie sind Beispiele hierfür. Sie sind auch Beispiele dafür, dass die Rechenergebnisse, auch wenn sie richtig gerechnet sein sollten, dennoch in unserer Welt nicht gültig sind.

„Mathematik schützt vor Torheit nicht“ (Melchior Palagyi)

Was ist die Aufgabe der Naturphilosophie?

Das Hauptziel der Naturphilosophie sollte es sein, ein einheitliches Bild von der Natur zu entwickeln. Das Aufgabengebiet der NP liegt darin, nach dem Wesen dieser Naturerscheinungen selbst zu fragen, d.h. sie versucht diese Erscheinungsformen in unsere Vorstellungswelt, die durch die Alltagserfahrung geprägt ist, zu übertragen.

Was ist die Zielsetzung des Vortrages?

Der Vortrag gibt einen Überblick über naturphilosophische Untersuchungen. Teilnehmende lernen, worin die Besonderheit einer naturphilosophischen Arbeitsweise besteht und es werden in folgende Themenbereiche angeschnitten:

  • Über die Theorien des Lichts und der Lichtgeschwindigkeit
  • Vom Urknall zur Dunklen Energie – Wahrheit oder wissenschaftliches Märchen?
  • Die Quarks: Teilchen oder Käse (Einblicke in die Quantentheorie)
  • Die Gravitation – berechenbar und doch unverstanden

Das Ziel des Vortrags ist es, den Blick für alternative Denkweisen zu schärfen, wissenschaftliche Aussagen zu hinterfragen und das eigene Urteilsvermögen zu stärken.

Peter Schulz