Herzogplatz Zweibrücken

Come on baby!

Samstagnacht, 31. August in Zweibrücken

… Lichtkunst erleben und mitgestalten!

Unter dem Titel „Come on baby light my Heimat“ werden Nikola Dicke und Brandstifter ein partizipatives Lichtkunst-Event im öffentlichen Raum präsentieren und das sollte man sich ansehen! Wann?

22 Uhr – Rathaus, Herzogplatz

Die Lichtzeichnerin Nikola Dicke und der Aktionskünstler Brandstifter werden durch nächtliche Projektionen von gefundenen Zetteln auf die Architektur der Stadt Zweibrücken die Heimat der dort lebenden Menschen erhellen und dadurch sichtbar und als Projektionsfläche nutzbar machen.

Besucher und Passanten sind eingeladen sich an diesem Lichtkunst-Prozess zu beteiligen. Hier geht es um Heimatfindung und Heimatneugestaltung durch Wiedergabe spontaner Eindrücke und Emotionen. Die Besucher können auf Overheadfolien und präparierten Glasplatten die „Lichtkunst“ mitgestalten. Daraus resultiert auch der vielversprechende Titel der Lichtkunst-Aktion: „Come on baby light my Heimat“.

Graffiti-Mobil

„Mit ihrem fahrenden Atelier, dem Graffiti-Mobil, besucht Nikola Dicke Menschen, Orte, Räume. Dort angekommen projiziert sie als künstlerische Arbeit einfache Umrisszeichnungen, Konturen, Figuren an Hauswände, in Treppenhäuser, auf Dächer. Nikola Dickes Lichtzeichnungen entstehen immer direkt am Ort. Orte definieren sich durch Identifikation, durch gelebte und erfahrene Geschichte, durch emotionale Beziehungen, durch Handeln, durch unmittelbaren sozialen Austausch und durch Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung wird durch künstlerische Gesten geschärft und akzentuiert, auch neu belebt und ausgerichtet. Nikola Dicke sucht also diese Orte und die dort lebenden oder arbeitenden Menschen auf. Doch sie belässt das Vorgefundene nicht, sondern interveniert, erobert, besetzt und gestaltet. Die Lichtinstallationen scheinen das Bekannte umzukippen. Es bekommt etwas Fremdes, Unvertrautes, Rätselhaftes, Geheimnisvolles. Die projizierten Bilder zerschneiden den Kontext des Wirklichen. Dieser Kontext öffnet sich dem Spiel, dem Imaginären, dem Fiktionalen, der Geschichte, der Freiheit, der Phantasie“ (Andrea Brockmann)

Die Asphaltbibliotheque

Brandstifter ist ein interdisziplinärer Aktionskünstler, Autor und experimenteller Musiker aus Mainz. Sein Hauptwerk Asphaltbibliotheque, eine konzeptuelle Sammlung von Fundzetteln, die er seit 1998 im öffentlichen Raum aufliest, hat er bereits in Berlin, Chicago, Graz, Mainz, Rajasthan, Wien und als Stipendiat von Schloß Balmoral/Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in New York und der Kunsthalle Mainz inszeniert. „Die gefundenen Objekte Brandstifters „Asphaltbibliotheque“ sind mehr als verlorene Relikte einer Alltagskultur. Das Konzept einer imaginierten Bibliothek – also das Verstehen der Lebenswelt als Fundus versteckter, manchmal auch steckengebliebender Kommunikation – greift viel weiter aus, bis in die täglichen Prozesse von Verstehen, Wissensaneignung und dessen Übermittlung.“  (Dr. Jörg Daur, Stellvertretender Direktor, Landesmuseum Wiesbaden)

Graffiti Mobil meets Asphaltbibliotheque

Die erste Kooperation von Brandstifter und Lichtzeichnerin fand 2015 für das Urban Art-Projekt Stadtbesetzung in Nordrhein-Westfalen statt. Projizierte Fundzettel der Asphaltbibiotheque wurden durch Lichtzeichnungen von Nikola Dicke und Passanten in der Stadt Rheine und dem Kloster Bentlage ergänzt. Diese partizipative Arbeitsweise wurde 2017 durch das Kultursommerprojekt Graffiti-Mobil in der Asphaltbibliotheque Worms https://vimeo.com/273336083 weitergeführt.

Während der Nibelungenfestspiele waren die Menschen auf der Straße eingeladen, sich an der Entstehung der Lichtzeichnungen aktiv zu beteiligen. So entstand im Schauraum der Werkstatt e.V., vor dem Wormser Kulturzentrum und auf dem nächtlichen Marktplatz eine Gemeinschaft aus Akteuren und Zuschauern. 2018 folgte Lighting the Lost & Found Industrial Culture of Bingen https://vimeo.com/284176580. Auf den Spuren der Industriekultur in Rheinland-Pfalz haben Lichtzeichnerin Nikola Dicke und Brandstifter durch Projektionen auf historische Gebäude die industrielle Vergangenheit der Stadt erhellt und Besucher und Passanten die Möglichkeiten gegeben sich  durch Wiedergabe ihrer spontanen Eindrücke und Emotionen auf Overheadfolien und präparierten Glasplatten unmittelbar daran zu beteiligen. Kunst wird zum Ereignis – nicht im Sinne eines Events, sondern im Sinne der aktuellen Ästhetik, die mit diesem Begriff den Begriff des Werkes als vom Rezipienten und Produzenten unabhängiges Objekt ersetzt.

Nikola Dicke

http://www.brand-stiftung.net/