Millionen von Toten weltweit

„Die Smartphone Epidemie, Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft“

… so wurde ein Buch von Prof. Dr. Manfred Spitzer angekündigt, das den Titel trägt. Als es nun Prof. Dr. Hubert Zitt von der Fachhochschule Zweibrücken gelang Dr. Spitzer für einen Vortrag am 10. Mai um 19.00 Uhr im Audimax zu gewinnen, nahmen wir gern die Gelegenheit wahr um die Sichtweise des Buchautors kennen zu lernen.

Meine Frau und ich weisen die Menschen schon seit einigen Jahren auf die Strahlengefahr durch diese Technologie hin. Wir sind der Meinung, dass diese Gefahr in unserer Gesellschaft sehr unterschätzt wird. Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, sich vor der Strahlung zu schützen.

In seinem Buch nennt Dr. Spitzer allerdings weitere Risiken für Gesundheit und Bildung.

Das Audimax in Zweibrücken war voll besetzt, als Dr. Spitzer nach 6-stündiger Fahrt aus Ulm endlich um 19:30 mit seinem Vortrag beginnen konnte. Der Psychiater und Hirnforscher Dr. Spitzer will vor allem aufrütteln und deutlich machen, wie schädlich und ungesund das digitale Leben ist. Dabei versteht er sich nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch als Arzt, der helfen will.

Besonders über die gesundheitlichen Folgen für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren macht sich Dr. Spitzer große Sorgen.

Wichtig ist es Dr. Spitzer zu erwähnen, dass er kein Gegner der digitalen Medien ist. Auch er macht durchaus im Alltag davon Gebrauch.

Dr. Spitzer stellte viele seriöse Studien vor, die belegen, dass die Digitalisierung in den Schulen keine Verbesserung der Lernleistung bei den Schülern zeigt, sondern im Gegenteil die Lernleistung verringert. Schwache Schüler werden am meisten geschwächt durch digitale Medien. Die begabten Schüler werden nicht schlechter, aber sie verbessern sich auch nicht.

Sein Vorschlag lautete: Man solle statt der 5 Milliarden Euro, mit denen die Digitalisierung in den Schulen gefördert werden soll, besser neue Lehrer u.a. für Sport, Musik und Theater einstellen.

Ein anderer Aspekt ist die körperliche Gesundheit:

Wenn wir nur im Nahbereich schauen, werden wir laut Dr. Spitzer kurzsichtig.

Von den unter 20-jährigen seien 95 % bereits kurzsichtig. Das bedeutet für deren späteres Leben, dass sie ein größeres Risiko haben, an Augenleiden wie z.B. Star zu erkranken.

Darüber hinaus nannte Dr. Spitzer weitere gesundheitliche Probleme:

  • Bluthochdruck
  • Konzentrationsschwäche
  • Übergewicht
  • Stress
  • Diabetes
  • Haltungsschäden
  • Schlafstörungen

Auch Depressionen treten immer mehr auf. Eine Studie ergab, dass Facebook-Nutzer nach der häufigen Nutzung öfter depressiv waren als die Nicht-Nutzer.

Insgesamt entstehen der Wirtschaft enorme Kosten durch die vielen negativen Folgen der intensiven Mediennutzung.

Über die gesundheitlichen Folgen machen sich mittlerweile sogar Unternehmer und Politiker Gedanken: So empfiehlt der Chef von Apple, Smartphones nicht in Schulen zu verwenden, der französische Präsident verbietet sie dort ganz und in Südkorea gibt es schon seit Jahren Gesetze zum Schutz der Jugend vor den schlimmsten Folgen der Handynutzung.

Dr. Spitzer nannte einige Beispiele die klar machten, wie das empathische Vermögen der Menschen sich offenbar geändert hat. Er zeigte Fotos von schlimmen Unfällen, wobei Leute lebensgefährlich verletzt waren. Statt erste Hilfe zu leisten, haben Mitmenschen diese Sterbenden fotografiert.

Diese Fotos wurden dann im Internet gezeigt.

Zum Schluss zeigte Dr. Spitzer ein Übersichtsbild von den Ländern in denen die PISA Ergebnisse Überraschendes zeigten: je mehr Computer im Unterricht eingesetzt wurden, umso schlechter schnitten die Schüler ab.

Wir können letztendlich den Prozess der Digitalisierung in unserer Gesellschaft nicht rückgängig machen, aber wir sollten darauf achten, dass dieser Prozess nicht in negativer Weise unser Leben und unsere Gesundheit bedroht.

Ein Beitrag von Peter Schulz / Jannie Burema