Gemeinsamhandel Zweibrücken e.V. - Verein

Onkel Frieda oder: Gedanken-Feuerchen

Über 7.500 Soldaten haben bei der Schlacht bei Königsgrätz ihr Leben verloren. Über 14.000 Soldaten wurden verletzt.

Wieso diese Schlacht und der Spruch „Getrennt marschieren, vereint schlagen“ als Metapher für die Folgen des Online-Handels herhalten muss, das bleibt Onkel Friedas Geheimnis.

Aber wirklich toll ist, dass der Spruch eines Trainingspartners (Trainingslager Digitale Kommunikation) auch Onkel Frieda beschäftigt.

Digital anlocken, analog überzeugen

Und Onkel Frieda nimmt diese vier Worte zum Anlass über die Zweibrücker Händler zu reden.
Natürlich geht es wieder einmal darum, das Produkt Innenstadt zu verbessern und das Onkel Frieda schon mehrfach den Händlern den richtigen Weg in die Zukunft gezeigt hat, aber leider vergebens.

So soll die Mütze, die nicht da ist, selbstverständlich bestellt werden und dann nach Hause geliefert werden.
Sollte das Kleid nicht passen, kein Problem, man hat ja einen hauseigenen Schneider, der passt das Kleid an.
Bei Amazon zahlt der Kunde 50 Euro, auch nicht relevant, dann zahlen Sie bei mir eben nur 48 Euro.
Wenn das alles so einfach wäre!

Der einzige nennenswerte Vorschlag lautet „ein eigenes Onlineangebot anzubieten“, um damit gegen die großen Plattformhändler anzutreten.

Wobei sich hier die Frage stellt, ob jeder Einzelhändler einen eigenen Online-Shop anbieten soll, oder ob sich Einzelhändler zusammenschließen sollen, und gemeinsam ganz einfach nur einen einzigen Online-Shop ins Internet stellen.
Amazon ist genau das. Ein Zusammenschluss von sehr vielen Einzelhändlern, die gemeinsam einen einzigen Online-Shop nutzen. Allein in Deutschland sind im Amazon-Shop über 50.000 Händler registriert und aktiv.

Tja, da ist ja die Idee nicht weit, und der Einzelhändler registriert sich gleich bei der Nr. 1. Das Registrierungsformular von Amazon ist schnell ausgefüllt und einen Tag später könnte es schon als Amazon-Händler losgehen. Wobei sich dann früher oder später die Frage stellt, warum ich als Amazon-Händler noch ein Ladenlokal führe.
Ach und an dieser Stelle noch ein Hinweis: Öffnungszeiten kennt ein Online-Shop nicht, der hat systembedingt immer auf.

Reine Produktverbesserungen reichen nicht mehr

Weitere Produktverbesserungen des bestehenden Geschäftsmodells Innenstadt mit Einkaufspassage werden verpuffen, da sich das Kundenverhalten durch das Internet und insbesondere das Smartphone grundlegend verändert hat.
Heute ist das Geschäftsmodell Kunde kauft im Smartphone angesagt.

Hier komme ich wieder auf Tante Emma zurück. Die hatte einen perfekten Service. Besser ging es nicht. Problematisch für die Tante Emma war die geringe Produktauswahl. Aber die Tante Emma hatte nun einmal keinen Platz, was hätte sie tun können. Und natürlich der Preis. Die Discounter waren einfach billiger. Blöd nur, dass die Tante Emma damals den Onkel Frieda nicht gekannt hat. Dann hätte sie einfach zu ihren Kunden gesagt: „Wenn Du beim Discounter 50 DM bezahlst, kannst Du auch bei mir bleiben, bei mir zahlst Du einfach nur 48 DM“.

Und auch die Behauptung „das Einkaufserlebnis vor Ort ist durch nichts zu ersetzen“ hört sich sehr plausibel an.
Aber verbindet der Kunde mit dem Ort auch immer die Innenstadt einer Stadt?
Ich als „Zweibrücker“ – ich bin Lübecker – nehme vielleicht nicht mehr die Innenstadt als diesen Ort war, sondern das Fashion Outlet.

Letztlich entscheidet der Kunde, ob er auf einem Einkaufserlebnis vor Ort besteht. Und wo dieser Ort sein soll.

Was nun lieber Onkel Frieda?

Digitale Kommunikation fehlt

Im klassischen althergebrachten Geschäftsmodell Innenstadt mit Einkaufspassage sind die Kommunikationsmittel Internet und Smartphone nicht vorgesehen.
Die Einzelhändler setzen darauf, dass der Kunde in ihre wunderbare Einkaufswelt kommt.
Natürlich machen sie auch Werbung, sehr häufig in der Zeitung, zur großen Freude von Onkel Frieda. Print-Werbung also, Digital-Werbung kennen sie nicht.

Um zu sehen, wie man mit Hilfe digitaler Kommunikationsmittel als Gruppe von Geschäftsleuten gemeinsam mit seinen Neu- und Bestandskunden kommuniziert, muss der Zweibrücker Einzelhändler nur die Webseite des oben bereits angesprochenen Fashion Outlets aufrufen: https://zweibrueckenfashionoutlet.com

Eine perfekte Umsetzung von „Digital anlocken, analog überzeugen“.

Hier erfährt der Kunde alles, was er wissen muss, um diese Einkaufswelt zu besuchen. Und es gibt auch einen „geschlossenen“ Bereich für Bestandskunden. Selbstverständlich kann man auch einen Newsletter abonnieren, der einen regelmäßig über wichtige Informationen zu dieser Einkaufswelt informiert.

Und für alle, die immer die Empfehlung aussprechen „Mach doch halt auch einen Online-Shop“. Im Digitalkonzept des Fashion Outlets ist zur Zeit noch kein Online-Shop enthalten.

Gedanken-Feuerchen

Wer sich für die Frage interessiert, wie Kunden heute ticken, der sollte mal die Webseite des Heldenmarktes besuchen:
Heldenmarkt.

Hier sollte jeder, der sich für den Erhalt des Geschäftsmodells „Innenstadt mit Einkaufspassage“ interessiert, wertvolle Anregungen finden.